Die Atmosphäre war faszinierend: In einer großen Stadt leben und gleichzeitig sehr geborgen sein in dem alten Haus. Man konnte losziehen und war dennoch beschützt.

— José F. A. Oliver, Stipendiat 1988
Aktuelles

Vernissage der Ausstellung “Lichtgrau”

Dichterkolleginnen Ingeborg Höch (li) und Susanne Stephan (re) mit  Moritz Heger – Foto: Michael Seehoff

 

Christian Lang, versunken in seine “Rückenschwimmerin” – Foto: Michael Seehoff

Trotz großer Sommerhitze fanden einige BesucherInnen den Weg ins Schriftstellerhaus an diesem 7. Juli 2017, um die zauberhafte Ausstellung “Lichtgrau” mit Gedichten von Moritz Heger und den dazu gefertigten Zeichnungen von Christian Lang zu bewundern.

20 Texte von Heger inspirierten Freund, Maler und Kollegen Christian Lang zu Zeichnungen mit chinesischer Reibetusche. Parallel zu der Ausstellung erstellten Heger und Land ein Buch mit dem gleichnamigen Titel, ein bibliophiles 44-Seiten-Werk, das in der Edition Kanalstraße 4 erschienen ist und für 12 Euro zu erwerben ist.

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Stipendiaten-Blog

Stuttgarter Spuren – später

Dass ich erst jetzt schreibe, am Ende, und nicht früher, hat mit der Form des Weblogs zu tun. Ich bin es gewohnt, Tagebuch zu schreiben, und ich publiziere Texte. Das eine erledige ich handschriftlich, für das andere brauche ich meinen Computer. Tagebuch zu schreiben ist für mich etwas zutiefst Privates, der Adressat bin niemand anderer als ich selbst – die Texte, die ich publiziere, sind fertige Werke (sofern je ein Werk fertig sein kann), sind Ergebnisse, denen man den vorausgegangenen Prozess nicht mehr ansieht, idealerweise. Ein Blog ist die Verbindung von beidem und zugleich ihr Gegenteil: ein öffentliches Tagebuch zum Prozess des Arbeitens, wenigstens der ursprünglichen Wortbedeutung nach. Dass ich diesen Beitrag am Computer tippe (der Versuch, ihn mit der Hand zu schreiben, ist gescheitert), zeigt mir, welcher Aspekt dabei in mir überwiegt, mein Schreiben lenkt: das Faktum der Publikation, das Wissen um Öffentlichkeit – und damit, wie bei mir immer, die Skepsis gegenüber dem Augenblicklichen, dem Unmittelbaren, dem sogenannten Authentischen. Nicht, weil ich den Augenblick nicht wertschätze (das tue ich immer mehr), aber wenn es ums Schreiben für eine Öffentlichkeit geht, empfindet etwas in mir die Notwendigkeit, dem Erlebten Zeit zu geben, es sich im Gedächtnis „setzen“ zu lassen, wenn man so will (ich habe erst kürzlich hier in Stuttgart ein Buch gelesen über das menschliche Gedächtnis). Etwas in mir möchte warten, bis sich augenblickliche Stimmungen und unmittelbare Eindrücke gelegt haben, der Gedächtnisnebel zu einem Ereignis einigermaßen aufgeklart ist, nachdem die vielen einzelnen winzigen, unterschiedlichen, auch widersprüchlichen Erlebnis- und Erinnerungspartikel zu Boden gesunken sind an den Gedächtnisgrund, ihren Platz an den Synapsen dort gefunden haben und ins Altgedächtnis gewandert oder aber im Nirwana des Vergessens verschwunden sind. Wenn der Nebel sich verzogen hat im Kopf, kann das Schreiben beginnen. Ich kann jetzt also bestenfalls versuchen, einen vorläufigen Endbericht zu schreiben über meine Zeit hier, der zugleich – nachdem mit jedem Abrufen einer Erinnerung ihre Veränderung bewirkt wird – das, was ich später davon erinnern werde, formt und dabei transformiert.

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Aktuelles

Stuttgart liest ein Buch: Das Taschenbuch kommt

Hinweis in der KiWi-Vorschau Herbst 2017

Hinweis in der KiWi-Vorschau Herbst 2017

Der Verlag Kiepenheuer & Witsch hat seine Verlagsvorschau veröffentlicht. Prominent der Hinweis auf »Stuttgart liest ein Buch« mit »Nachts ist es leise in Teheran« von Shida Bazyar. Weiterlesen »