Stuttgart liest ein Buch 2017: Shida Bazyar: Nachts ist es leise in Teheran

Reportage – “Erzähl mir von Deutschland, Soumar” Buchvorstellung am 26. Oktober 2017 in der Vaihinger Buchhandlung (2)

Halten Sie es für möglich, Ihr Heimatland durch die Augen eines Geflüchteten neu wahrzunehmen und danach anders zu erleben? Durch einen anderen Blickwinkel seine Heimat wieder lieben oder – das andere Extrem – auch hassen zu lernen? Um genau dieses Thema geht es in der Lesung von Florian Schmitz und seinem Buch „Erzähl mir von Deutschland, Soumar“.

Sie findet am Donnerstag, den 26. Oktober 2017 in einem kleinen, gemütlichen Buchladen in der Robert-Leicht-Str.30 b in Stuttgart-Vaihingen statt. Florian Schmitz erzählt von seiner Geschichte, davon, wie er Deutschland aus Frust verlassen wollte und auf dem Weg ins Ausland Soumar trifft. Soumar ist ein syrischer Flüchtling, der auf der Suche nach einer neuen, besseren und vor allem sicheren Heimat ist. Durch ihn sieht Florian Schmitz Deutschland plötzlich wieder in einem ganz anderen Licht. Deutschland – ein Land, in dem niemand um Leib und Leben fürchten muss, ein Land, in dem es für jeden ein Dach über dem Kopf und genug zu essen gibt.

Die Geschichte ist sehr detailliert und humorvoll geschrieben. Der Autor will den Leser dazu anregen, sich Gedanken über Flüchtlingspolitik und Integration zu machen und sich zu engagieren.

Florian Schmitz und Soumar lesen das Buch in einer Art Rollenspiel vor, wodurch das Thema sehr unterhaltsam und pointiert aufgearbeitet wird. Die Besucher dürfen jederzeit Fragen stellen, wodurch eine sehr persönliche Atmosphäre entsteht. Zum Ende der Lesung unterhalten sich Florian Schmitz und Soumar noch sehr angeregt über Vorurteile, die bei uns in Deutschland in einigen Bevölkerungsschichten vorherrschen. Auch die aktuelle Flüchtlingspolitik der Bundesregierung ist Thema der anschließenden Diskussion.

Wie wichtig es ist, ein so bedeutendes Thema wie die Flüchtlingspolitik von zwei Seiten zu betrachten, wird im Rahmen dieser Veranstaltung sehr deutlich. Aus einem sicheren Blickwinkel heraus, mag ein Land wie Deutschland zuweilen frustrieren. Flüchtlingen aus Kriegsgebieten erscheint es nicht selten als Paradies.

Leon Wassertheurer

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