Wenn du ankommst im „Häusle“, liegt vor dir ein ganzer Berg von Tagen. Zuerst zögerlich noch, dann immer freudiger, näherst du dich der Stadt, den Schwaben und all den anderen in dieser kosmopolitischen Stadt.

— Vera Bischitzky, Stipendiatin 2003

Ein ungewöhnlich vielseitiger Sprachspieler – Günter Guben zum 80. Geburtstag

Günter Guben © Ania Hatlas

Günter Guben © Ania Hatlas

Lyriker und Erzähler, Maler und Fotograf, Regisseur und Moderator – die künstlerischen Tätigkeiten Günter Gubens ließen sich noch um weitere Bereiche vermehren. So war er von 1966 bis 1969 Redakteur der von Horst Bingel herausgegebenen legendären „Streit-Zeit-Schrift“, war sechs Jahre lang bis 2010 Vorsitzender des Vereins Stuttgarter Schriftstellerhaus und hat ganz nebenbei zwei kleine Literaturverlage betrieben. Auf vielen Feldern ist Guben tätig gewesen und trat dabei von Anfang an als der lustvolle homo ludens auf, der er von Natur aus ist. Jetzt wird der vielseitige Künstler 80 Jahre alt, lebensfroh und humorvoll wie nur je.

Wenn Günter Guben öffentlich in Erscheinung tritt, etwa bei Lesungen, Vernissagen oder Gesprächsrunden, ist er nicht ohne einen breitrandigen schwarzen Hut zu denken, gewissermaßen sein Erkennungszeichen. Man hat ihn als „Urgestein der Stuttgarter Literaturszene“ bezeichnet und seine ebenso souveräne wie heitere Weise gerühmt, wenn er Veranstaltungen unterhaltsam moderiert und sich dabei nicht auf Kosten seiner Gäste in Szene setzt. Guben ist ein nimmermüder Erzähler von Geschichten und Geschichtchen aus dem Kulturbetrieb, hat im Laufe der Jahrzehnte viele der Größen kennengelernt und mit ihnen  zusammen agiert, so etwa mit Thomas Bayrle, Jochen Gerz oder Dieter Roth. Er ist mithin ein Zeitzeuge eigener Art, weil er – wie nur wenige andere – in allen Kunstsparten ungewöhnlich gut bewandert ist.

Weiterlesen »

Podcast-Mitschnitt: Sudabeh Mohafez: »Behalte den Flug im Gedächtnis«

 

Sudabeh Mohafez, geboren in Teheran, ist im Alter von 13 Jahren nach Deutschland gekommen. Literarisch interessiert haben die Autorin vor allem die NS-Vergangenheit ihrer Familie sowie die damit verbundene transgenerationale Traumaweitergabe und das Überleben gewalttätiger Strukturen. Viele ihrer Auftragsarbeiten aber zielten auf Fragen der Interkulturalität und Multilingualität. Der neue Erzählband schlägt nun einen Bogen von dem, was erzählt werden musste, zu dem, was eigentlich nicht erzählt werden wollte.

Hören Sie hier den Mitschnitt der zweiten Salonlesung 2018 in der Reihe »Sie schreibt«. Weiterlesen »

Gerlinger Lyrikpreis bzw. Förderpreis 2018 an Walle Sayer und Anne Nimmesgern

Das Stuttgarter Schriftstellerhaus gratuliert sehr herzlich!

Die Petra Schmidt-Hieber Literatur-Stiftung verleiht an Walle Sayer aus Horb den Gerlinger Lyrikpreis 2018. Den erstmals ausgeschriebenen Förderpreis der Stiftung erhält Anne Nimmesgern aus Stuttgart. Die Preise sind mit 7500.-bzw. 2500.- Euro dotiert.

Die Jury – bestehend aus Michael Braun, Irene Ferchl, Hans Thill, Wolfgang Tischer und Henning Ziebritzki – spricht den beiden Lyrikern mit folgenden Begründungen die Preise zu:

Weiterlesen »

Podcast-Mitschnitt: Susanne Fritz: »Wie kommt der Krieg ins Kind«

Als junges Mädchen war die Mutter der Autorin nach dem Zweiten Weltkrieg als Zwangsarbeiterin in Polen interniert, eine schreckliche Erfahrung, die sie in sich selbst vergrub. Lange haderte die Tochter mit dem mütterlichen Schreibverbot, dann las sie Briefe und Tagebücher, suchte in Archiven, reiste an die Schauplätze, grub in Erinnerungen. Das lesenswerte Ergebnis ist ihr Buch, zugleich Familien- und Zeitgeschichte, Erzählung und Essay über generationsübergreifende Verletzungen.

Hören Sie hier den Mitschnitt der ersten Salonlesung 2018 in der Reihe »Sie schreibt«. Weiterlesen »

Literaturkonzert: “récits tremblants” (Heimat ist eine Sehnsucht, die …)

Susanne Fritz [Sprache], Michael Speer [Sprache],
Céline Papion [Cello], Junko Yamamoto [Piano]

Heimat und Heimatlosigkeit, Zugehörigkeit und Fremdheit. Ein Austausch zwischen Musik und Sprache – fragil, spannungsvoll und ungestüm, poetisch, satirisch, provokativ und dokumentarisch.
Mit den Sprechern Fritz und Speer präsentiert das ensemble cross.art eine 70-minütige Collage aus Literatur und musikalischen Werken der letzten sechzig Jahre.
Im Wechsel, sowie im engen Dialog und in vielfältigen Verschmelzungen der Musik mit dem gesprochenen Wort, entsteht aus Klang und Sprache ein atmosphärisch dichtes Gesamtkunstwerk über den Heimatbegriff, dessen Grenzen und Fragwürdigkeit. Das Literaturkonzert findet am kommenden Sonntag, 6. Mai, um 19.30 Uhr im Kunstraum 34, Filderstraße 34, 70180 Stuttgart, statt.
Gefördert durch die Stadt Stuttgart, S-K-A-M e.V.