Ach du Kanalstraße vier, was tät ich ohne dir!

— Armin Ayren
Allgemein

Ekstase & Nymphen

Die Zeit vergeht viel zu schnell. Ich weiß, es ist erst Mitte Jänner. Aber wie ist die Woche bitte schon wieder zu Ende? Ich hab ausnahmsweise Mal was unternommen. Sonne genossen, die Ekstase Ausstellung im Kunstmuseum besucht, in der Buchhandlung gewesen, sogar eine Postkarte verschickt. Sachen, die ich mir in Wien immer vornehme, aber dann nie mache. Apropos Wien. Es gibt hier einige Orte, die eine Namensverwandschaft aufweisen. Populärstes Beispiel, weil gleich ums Eck, ist der Karlsplatz. Der ist für mich einfach kein Karlsplatz. So ruhig und sauber. Ein bisschen fad, architektonisch gesehen. Sorry, ich bin in einer Kitschstadt aufgewachsen. Was ich dafür sehr toll finde, sind die Stuttgarter Brunnenfiguren. Besonders mag ich die Nymphen.

Stipendiaten-Blog

Woche 1

Erste Woche, Zeit um anzukommen, sich einzurichten, die erste Verkühlung loszuwerden. Liebe Freundinnen und Freunde, die mir ständig Schneefotos und Skifahrselfies schicken: Es schneit hier auch. Am Charlottenplatz bleibt zwar nicht viel liegen, aber ein paar Stationen weiter, kann man schon richtig schöne Schneespaziergänge machen. Das Wochenende kann also kommen. Den Soundtrack dazu hier: Chili Tomasson, der wunderbarerweise zu meiner Einstandslesung anreist. Ihr dürft euch auf was freuen!

Stipendiaten-Blog

Hallo Stuttgart

Hallo, Stuttgart. Ich bin jetzt da. Ich weiß du lümmelst noch in den Ferien herum und versteckst dich im Schnee. Ich weiß, du hast mich noch nicht wirklich gesehen. Einmal in der Schreibwerkstatt angekommen, fällt es schwer gleich wieder das Haus zu verlassen. Vielleicht hörst du mich manchmal schon die Treppen auf- und ablaufen. Vielleicht hörst du meine Schreibplaylist und das Rascheln der Zeitung. Vielleicht wunderst du dich über seltsame Träume und dass so früh am Morgen schon Licht am Fenster. Ich bin es nur. Ich schreib da. Und schön ist’s.

Aktuelles

Wir trauern um Christine Brunner

Christine Brunner Foto: Stadt Stuttgart

Mit großer Bestürzung haben wir gestern vom plötzlichen Tod unserer geschätzten Kollegin, Christine Brunner, erfahren. Seit 2013 war Christine Brunner die Direktorin der zentralen Stadtbibliothek am Mailänder Platz sowie der vielen Außenstellen. Alle Menschen in Stuttgart, die mit Literatur, Wissen und Bildung zu tun hatten, haben Frau Brunner gekannt und ihr freundliches Wesen, ihre große Sachkompetenz und ihr vorbildliches Auftreten über viele Jahrzehnte erleben können.
Auch das Stuttgarter Schriftstellerhaus durfte wie zuvor schon unter der Leitung von Ingrid Bussmann, die einige Jahre nach ihrer Pensionierung noch die erste Vorsitzende unseres Vereins gewesen ist, in der Stadtbibliothek zu Gast sein und wurde vom Team immer wunderbar unterstützt. Nicht wenige Male war Christine Brunner auch persönlich anwesend.
Dieses offene, vielseitige Haus ist unter der Leitung der beiden Damen Bussmann und Brunner zu einem wahren Magneten in der Stadt geworden. In den Räumen der Bibliothek durfte man zur Ruhe kommen, nach Herzenslust in den Büchern und neuen Medien stöbern, arbeiten und nachdenken und wusste sich behütet von der Leitung und dem Team.
Wir verlieren mit Christine Brunner eine wirkliche Dame mit großer Ausstrahlung. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen.
Die Trauerfeier findet am Donnerstag, 27. Dezember 2018 um 11 Uhr auf dem Neuen Friedhof in Stuttgart-Weilimdorf statt. AB

 

Aktuelles

Ausstellung Fotos Roland Bauer: “Bäuerliche Lebensformen sterben mit den alten Leuten”

1982 legt Roland Bauer als Absolvent der Fachhochschule für Fotografie Dortmund seine Examensarbeit vor: „Bäuerliche Lebensformen sterben mit den alten Leuten”.

Authentizität ist der Impuls der Zeit, Dokumentation, Bestandsaufnahme von Wirklichkeit. In einem Kocherseitental kristallisiert sich sein Thema aus – auf Kodak Barytpapier ­– in der Existenz und Bekanntschaft eines alten, kleinbäuerlich wirtschaftenden Geschwisterpaars.

Die Arbeit macht Furore, erhält den Kodak Fotobuchpreis 1983, wird verlegt. Zwei Auflagen sind schnell vergriffen, der Band ist seit Jahren nicht mehr verfügbar. 2012 endlich eine Neuedition.

Die Distanz von 30 Jahren versucht ein Text von Gilbert Fels auszuloten: „Was aber bleibt”.
Fotos und Text sind ab dem 26. November bis zum 20. Dezember 2018 zu sehen im Schriftstellerhaus, Mo-Do von 16-18 Uhr.