Ach du Kanalstraße vier, was tät ich ohne dir!

— Armin Ayren
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10. April 2018

Gestern mit der Zacke (Zahnradbahn für alle Bochumer und Ruhris) hinaufgefahren und durch den Wald zum Fernsehturm gelaufen. Es duftete nach Frühling, Rinde, Erde, gerupftem oder geschnittenem Gras. Ich habe sowohl die einheimischen Bäume wie auch die kalifornischen Mammutbäume bewundert, die Schilder des Lehrpfads gelesen und den Biohof der Universität besichtigt. Der Wald ist hier so licht, dass sich ein Blumenteppich ausbreitet. Bei reinem Buchenwald ist das kaum möglich, der lässt zu wenig Sonne durch.
Heute dann das helle Treppenlabyrinth der Bibliothek fotografiert und vom Dach über die Stadt geschaut.
Aber so richtig bei der Sache war ich an beiden Tagen nicht. Ich habe eine emotionale Stelle im Roman erweitert, weil ich sie für schwer verständlich halte. Nach wie vor zweifle ich, ob ich sie überhaupt schreiben soll. Weiterlesen »

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8. April 2018

Gott sei Dank Sonntag. Ich fürchte mich vor der Überarbeitung der nächsten Textstelle. Sie ist eine von den zwei heiklen, von denen ich noch nicht weiß, ob ich zu ihnen stehen kann. Verschieben wir es auf Montag und machen eine Führung durch die Weißenhofsiedlung mit. Weiterlesen »

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7. April 2018

Wundert ihr euch, dass ich zwischendurch die Schriftart gewechselt habe? Der Grund: Stuttgart scheint mir eine zartere und weichere Schrift zu fordern.
Beim Aufstieg auf der Weinsteige erinnert mich Stuttgart an Barcelona und Haifa. Euch auch?
Ebenso wie in diesen schönen Städten quält der ewige Lärm und der Gestank des Verkehrs. Das großartige öffentliche Verkehrsnetz lädt zu einer autofreien Innenstadt, nicht wahr? Stellt euch vor, wie ruhig es wäre und wie wir atmen könnten!

Wenige Stunden später finde ich auf einem Spaziergang das Plakat zu einem Vortrag mit entsprechendem Thema: Donnerstag, 12.4. um 20:00 Uhr, Hospitalhof.

Besuch im Staatsballett. Das schlecht behütete Mädchen. Tänzerisch großartig, aber nach Pina Bausch kommt mir Bürgerlicher Realismus auf der Bühne einfach zu bieder vor.

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6. April 2018

Ich habe einen Vogel entdeckt, den ich aus meiner Heimat nicht kenne. Mithilfe der Facebook-Freunde fand sich die Lösung: Wacholderdrossel. Außerdem bin ich erstaunt, wie wenig scheu die Graureiher im Park sind.
Ich habe den Park bis zum Neckar durchquert, bin ein Stück den Fluss entlangspaziert, bis ich die ersten Weinhänge sah. Auf dem Rückweg in Bad Cannstadt ein Eis gegessen. Zu Hause angekommen habe ich die Korrekturen des Vormittags zum Teil rückgängig gemacht. Das bestätigt meine gestrige Aussage, es wird Zeit für die Übergabe an einen Lektor, bevor ich anfange zu verschlimmbessern.
Immer wenn ich das Wort verwende, denke ich an meinen Doktorvater, Siegfried Grosse. Damals war ich 29 Jahre alt. Er riet mir, die Dissertation abzugeben, bevor ich anfinge zu verschlimmbessern. Er war ein kluger Mann, auf den ich noch viel öfter hätte hören sollen.

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5. April 2018

Heute hat David Paulitschek im Schriftstellerhaus gelesen. Humorvoll, feinsinnig, gehobener Stil, wortwitzig, menschenfreundlich, sinnlich, schöne Bilder, gut gelesen. Den will ich nach Bochum holen. Die Runde war klein, umso leichter kam ein Gespräch in Gang.

Mehr gibt es über den Tag nicht zu berichten, er galt der Romanüberarbeitung. Es muss die letzte sein, denn ich fange an zu überlegen, was das Publikum zu diesem oder jenem sagen wird. Wenn ich unter dieser Prämisse lektoriere, könnte das den Text abflachen, gefällig machen, ihm die Zähne ziehen. Es wird Zeit mit einem wirklich guten Lektor ins Gespräch zu kommen.