Stuttgart liest ein Buch 2019

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    “Wenn es mich an der Gurgel packt, dann ist es das Thema wert”

    Heidehof liest ein Buch – unter diesem Motto haben sich Schülerinnen und Schüler der Kaassen 8 – 12 aus dem Evangelischen Heidehof-Gymnasium Stuttgart mit dem Text auseinandergesetzt und Hintergründe recherchiert. Die unteren Klassenstufen hatten einzelne Ausschnitte gelesen, die oberen Klassenstufen den ganzen Roman. Diese intensive Auseinandersetzung merkte man der souveränen Moderation und Gesprächsführung der 4 Schülerinnen und Schüler an, die sich zwischen 2 Leseabschnitten mit Arno Geiger unterhielten.

    Nach einem kurzen biographischen Abriss und einem Überblick über die Inhalte des Buches ging es gleich in medias res: Wie kam zum Thema, wie recherchiert er und wie lange hat er an dem Buch gearbeitet wollten die jungen Leute wissen. Er sei ein “slow thinking man” antwortete Geiger – das erste Konzept stammte aus dem Jahr 2005, viele tausend Briefe und Tagebüchaufzeichnung hat er gelesen, um sich in die Zeit einzufühlen. “Was will ich, warum ist mir das wichtig und warum ist ein zusätzliches Buch notwendig” – das sind die Fragen, die er sich stellte, denn “es muss sich lohnen, Lebenszeit dafür aufzuwenden.” Wenn er merkt, daß es ihn an der Gurgel packt, dann weiß er, daß es das Thema wert ist.

    Die verschiedenen Handlungsebenen, erklärte er, sollten ein dreidimensionales Bild ergeben, denn aus der Vielzahl der Perspektiven ergibt sich ein besseres Bild. Die Welt aus mehreren Perspektiven wahrzunehmen sei eine moralische Verpflichtung und wichtig – sonst würde man zum Fundamentalisten, der nur eine Perspektive hat, sagte er mit großer Eindringlichkeit.

    Spontanen Beifall gab es aus dem Publikum, als er herausstellte, wie wichtig er es findet, sich Zeit zu nehmen und sich nicht zu sicher sein – das bringe oft bessere Ergenisse, als schnell und dynamisch zu sein. Auf sein Talent angesprochen sagte er, das sei wichtig, aber er verlasse sich nicht nur darauf, sondern gute Vorarbeit sei notwendig und, ähnlich wie bei Musikern, Übung und nicht die Einbildung, “ich kann’s und schüttele es aus dem Ärmel.”

    Die über 300 jungen Zuhörerinnen und Zuhörer lauschten konzentriert und aufnmerksam und man merkte, dass der Autor sie erreicht hatte, denn am Ende gab es lang anhaltenden Applaus und zustimmende Pfiffe – ein beeindruckender Vormittag! Susanne Martin

    Heidehof liest ein Buch – unter diesem Motto haben sich Schülerinnen und Schüler der Kaassen 8 – 12 aus dem Evangelischen Heidehof-Gymnasium Stuttgart mit dem Text auseinandergesetzt und Hintergründe recherchiert. Die unteren Klassenstufen hatten einzelne Ausschnitte gelesen, die oberen Klassenstufen den ganzen Roman. Diese intensive Auseinandersetzung merkte man der souveränen Moderation und Gesprächsführung der 4 Schülerinnen und Schüler an, die sich zwischen 2 Leseabschnitten mit Arno Geiger unterhielten.

    Nach einem kurzen biographischen Abriss und einem Überblick über die Inhalte des Buches ging es gleich in medias res: Wie kam zum Thema, wie recherchiert er und wie lange hat er an dem Buch gearbeitet wollten die jungen Leute wissen. Er sei ein “slow thinking man” antwortete Geiger – das erste Konzept stammte aus dem Jahr 2005, viele tausend Briefe und Tagebüchaufzeichnung hat er gelesen, um sich in die Zeit einzufühlen. “Was will ich, warum ist mir das wichtig und warum ist ein zusätzliches Buch notwendig” – das sind die Fragen, die er sich stellte, denn “es muss sich lohnen, Lebenszeit dafür aufzuwenden.” Wenn er merkt, daß es ihn an der Gurgel packt, dann weiß er, daß es das Thema wert ist.

    Die verschiedenen Handlungsebenen, erklärte er, sollten ein dreidimensionales Bild ergeben, denn aus der Vielzahl der Perspektiven ergibt sich ein besseres Bild. Die Welt aus mehreren Perspektiven wahrzunehmen sei eine moralische Verpflichtung und wichtig – sonst würde man zum Fundamentalisten, der nur eine Perspektive hat, sagte er mit großer Eindringlichkeit.

    Spontanen Beifall gab es aus dem Publikum, als er herausstellte, wie wichtig er es findet, sich Zeit zu nehmen und sich nicht zu sicher sein – das bringe oft bessere Ergenisse, als schnell und dynamisch zu sein. Auf sein Talent angesprochen sagte er, das sei wichtig, aber er verlasse sich nicht nur darauf, sondern gute Vorarbeit sei notwendig und, ähnlich wie bei Musikern, Übung und nicht die Einbildung, “ich kann’s und schüttele es aus dem Ärmel.”

    Die über 300 jungen Zuhörerinnen und Zuhörer lauschten konzentriert und aufnmerksam und man merkte, dass der Autor sie erreicht hatte, denn am Ende gab es lang anhaltenden Applaus und zustimmende Pfiffe – ein beeindruckender Vormittag! Susanne Martin