Stuttgart liest ein Buch 2019

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    Rohracker wandert durch Geigers Roman

    Ein Bauernehepaar vor dem Welschkorn (Mais), das zum Trocknen an ihrer Scheune hängt Foto: privat

    Eine Drachenwand hat Rohracker nicht zu bieten, aber Literaturbegeisterte, die sich am 22. September 2019 im Bürgerhaus Alte Schule des Ortes versammelten, um mental unter die Drachenwand zu wandern. Der Raum war bis zum letzten Platz besetzt, die letzten Gäste mussten auf Stühlen vor dem Raum Platz nehmen.

    „Wanderführerin“ Doris Bergermann hat sich gut auf die Präsentation des Buches vorbereitet. Den Autor Arno Geiger stellt sie durch ein kurzes, auf eine große Leinwand projiziertes Interview vor. Per Video entdecken die Zuhörerinnen und Zuhörer auch den Schauplatz des Romans, den Mondsee.

    Über viele Details des Buches berichtete Doris Bergermann an diesem Abend und las einige markante Stellen aus dem Buch. Ein besonderes Augenmerk richtete sie dabei auf die Figur des widerständigen Robert Raimund Perttes, genannt der Brasilianer. So erhielten Besucher, die das Buch nicht kennen, einen guten Einblick in den Roman.

    Was aber hat der seltsame Titel „Herbstliche Ernte in Welschkornhausen. Lesung und geselliges Beisammensein“ mit dem Buch und der Veranstaltungsreihe Stuttgart liest ein Buch zu tun? Geselliges Beisammensein ist schnell erklärt: Zur Lesung gab es warmen Zwiebelkuchen und neuen Süßen, Wein aus der Umgebung.

    Und zum ersten Teil des Titels:
    Rohracker, „Die Perle Süddeutschlands“, wurde im Volksmund auch „Welschkornhausen“ genannt. Welschkorn steht für Mais, der eine besondere Rohracker Spezialität gewesen ist und gelegentlich in manchem Wengert (schwäbisch für Weinberg) anstelle von Weinstöcken angebaut wurde. Die auf die Leinwand projizierten beiden alten Leute werden von einer Zuhörerin als ihre Großeltern erkannt! Aber nicht nur Wein und Mais wurden angebaut. Es wurde auch immer viel politisiert, so dass Doris Bergermann vor Jahren, als sie hierherzog, oft zu hören bekommen hatte, „ach ins rote Rohracker ziehst du!“

    In Spanien wurde der Rohracker Otto Klein beim Kampf gegen die Frankotruppen gefangengenommen und den Nazis ausgeliefert. Klein (mit Glatze) kam ins KZ nach Dachau und musste das Nebenlager Birksau (auf diesem Foto) mitaufbauen Foto: privat

    Frau Bergermann verglich die beiden Orte Mondsee und Rohracker miteinander. Im Mondsee wirkte der Brasilianer als widerständiges Element gegen die faschistische Diktatur. In Rohracker war es nicht nur eine Person wie im Roman: Es gab starken Widerstand gegen die Nazis in dem von Bauern und Arbeitern geprägten Rohracker. Es gab rote Zellen und nachbarschaftliche Hilfe. Frau Bergermann hat darüber als Historikerin gearbeitet. Viele der Antifaschisten landeten im KZ Mauthausen in Österreich. Michael Seehoff

    Ein Bauernehepaar vor dem Welschkorn (Mais), das zum Trocknen an ihrer Scheune hängt Foto: privat

    Eine Drachenwand hat Rohracker nicht zu bieten, aber Literaturbegeisterte, die sich am 22. September 2019 im Bürgerhaus Alte Schule des Ortes versammelten, um mental unter die Drachenwand zu wandern. Der Raum war bis zum letzten Platz besetzt, die letzten Gäste mussten auf Stühlen vor dem Raum Platz nehmen.

    „Wanderführerin“ Doris Bergermann hat sich gut auf die Präsentation des Buches vorbereitet. Den Autor Arno Geiger stellt sie durch ein kurzes, auf eine große Leinwand projiziertes Interview vor. Per Video entdecken die Zuhörerinnen und Zuhörer auch den Schauplatz des Romans, den Mondsee.

    Über viele Details des Buches berichtete Doris Bergermann an diesem Abend und las einige markante Stellen aus dem Buch. Ein besonderes Augenmerk richtete sie dabei auf die Figur des widerständigen Robert Raimund Perttes, genannt der Brasilianer. So erhielten Besucher, die das Buch nicht kennen, einen guten Einblick in den Roman.

    Was aber hat der seltsame Titel „Herbstliche Ernte in Welschkornhausen. Lesung und geselliges Beisammensein“ mit dem Buch und der Veranstaltungsreihe Stuttgart liest ein Buch zu tun? Geselliges Beisammensein ist schnell erklärt: Zur Lesung gab es warmen Zwiebelkuchen und neuen Süßen, Wein aus der Umgebung.

    Und zum ersten Teil des Titels:
    Rohracker, „Die Perle Süddeutschlands“, wurde im Volksmund auch „Welschkornhausen“ genannt. Welschkorn steht für Mais, der eine besondere Rohracker Spezialität gewesen ist und gelegentlich in manchem Wengert (schwäbisch für Weinberg) anstelle von Weinstöcken angebaut wurde. Die auf die Leinwand projizierten beiden alten Leute werden von einer Zuhörerin als ihre Großeltern erkannt! Aber nicht nur Wein und Mais wurden angebaut. Es wurde auch immer viel politisiert, so dass Doris Bergermann vor Jahren, als sie hierherzog, oft zu hören bekommen hatte, „ach ins rote Rohracker ziehst du!“

    In Spanien wurde der Rohracker Otto Klein beim Kampf gegen die Frankotruppen gefangengenommen und den Nazis ausgeliefert. Klein (mit Glatze) kam ins KZ nach Dachau und musste das Nebenlager Birksau (auf diesem Foto) mitaufbauen Foto: privat

    Frau Bergermann verglich die beiden Orte Mondsee und Rohracker miteinander. Im Mondsee wirkte der Brasilianer als widerständiges Element gegen die faschistische Diktatur. In Rohracker war es nicht nur eine Person wie im Roman: Es gab starken Widerstand gegen die Nazis in dem von Bauern und Arbeitern geprägten Rohracker. Es gab rote Zellen und nachbarschaftliche Hilfe. Frau Bergermann hat darüber als Historikerin gearbeitet. Viele der Antifaschisten landeten im KZ Mauthausen in Österreich. Michael Seehoff