Who is who – die Teilnehmerinnen stellen sich gegenseitig vor

Enny Alberti

Enny Alberti          Foto: Jan Münster

Enny ist 15 Jahre alt und besucht zurzeit die 10. Klasse eines Gymnasiums. Das Schreiben ist ein sehr wichtiges Hobby für sie, da sie alles in ihrem Kopf – Gedanken, die dort herumirren – zu Papier bringen kann und sie selbst die Kontrolle darüber hat, was und wie sie schreibt. Niemand kann ihr dabei etwas vorschreiben und sie kann einfach alles rauslassen, was sie beschäftigt. Am liebsten schreibt Enny abends und auf ihrem Computer, da sie ihre Gedanken möglichst schnell aufschreiben möchte und das Schreiben von Hand dabei leider etwas hinderlich sein kann. Neben ihren Pflichten, wie der Schule und natürlich ihrem Hobby, dem Schreiben, ist das Tanzen ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens und ihrer Freizeit. Des Weiteren beschäftigt Enny sich gerne mit Tieren und anderen Menschen und zwischen all dem ist es ihr auch wichtig, einfach mal zu entspannen. Das Verfassen ihrer Prosatexte soll für Enny in erster Linie immer ein Hobby bleiben. Doch würde sie eine Gelegenheit, die es ihr ermöglicht, etwas mehr mit dem Schreiben zu erreichen, durchaus ergreifen. Ihrer Meinung nach sind Texte nämlich in der Lage, die Welt zu verändern – seien es Reden oder ganze Welten in Büchern. Auf die Frage, ob alles, was sie schreibt, wahr ist, antwortet Enny ohne zu zögern: ,,Die eigentliche Frage ist doch, ob sie [die Geschichten] real sind. Die Dinge können wahr sein, obwohl sie erfunden sind.’’
von Alba D’Alesio

 Alba D’Alesio

Alba d’Alasio

Alba möchte Schriftstellerin werden, damit sie ihre eigenen Geschichten, Dinge die ihr im Kopf herumschwirren oder sogar ganze Welten, kleine sowie große, auf Papier bringen und teilen kann. Zu ihren Leidenschaften zählt außerdem das Reiten. In ihrer Freizeit begleitet sie ein Orchester und bereitet sich zurzeit auf ihr Abitur vor. Texte jeglicher Art, meint sie, können die Menschen berühren, den Horizont erweitern und neue Perspektiven geben. Am liebsten schreibt Alba abends, am Computer, aber kurze Texte werden doch lieber mit dem Stift festgehalten. Ob eine persönlich nacherzählte Story oder eine erfundene Welt; bei ihren Werken ist inhaltlich alles dabei. Auf die Frage: „Ist alles, was du schreibst, wahr?“ gab sie mir eine inspirierende Antwort: „Ja, es ist meine Geschichte, sie wurde wahr, als ich sie aufgeschrieben habe.“
von Enny Alberti

Charlotte v. Beck

Charlotte v. Beck

Lottie, die schreibt
vertreibt sich auch gern die Zeit
mit dem Ball am Fuß,
Gitarre. tanzt im Rhythmus,
Eule. brütet nachts über Tasten,
denn durch Schreiben
kann sie Dinge verarbeiten
erforscht sich selbst und fremde Them’n,
mit den’ sie sich selten umgibt
und doch steckt in ihren Texten,
auch viel was man im Leben sieht
trotzdem: mehr erfunden als wahr,
Zukunft? unklar,
doch Schreiben kann…
vielleicht mal mehr als ein Hobby sein
von Felicitas Kaiser

Jana Bohle

Jana Bohle               Foto: Jan Münster

Jana Bohle (17 Jahre alt) mag alles, was mit Sprachen zu tun hat. In der Schule ist „Literatur und Theater“ ihr Lieblingsfach, in ihrer Freizeit liest sie gerne und schreibt Geschichten. Das tut sie am liebsten abends, wenn es schon dunkel und alles ruhig ist. Das Schreiben hilft ihr, ihre Gedanken und Gefühle zu ordnen. Zwar sind ihre Geschichten erfunden, aber sie entstehen meist aus einem persönlichen Anlass. Außer für Literatur begeistert Jana sich auch für Filme und geht regelmäßig ins Theater. Ihr Ziel ist es, selbst einmal in diesem Bereich zu arbeiten. Am liebsten als Schauspielerin. Dennoch will sie mit dem Schreiben nicht aufhören. „Ich mag das Gefühl, etwas zu erschaffen, dass es davor nicht gab.“, sagt sie. Und wer weiß, vielleicht wird sie ja Drehbuchautorin…
von Jana Neumann

Ruth Greiling

Ruth Greiling

Wenn man Ruth Greiling nach ihren Lieblingsorten fragt, erzählt sie einem von lauter Dingen, die ganz genau so in Büchern vorkommen könnten, als wäre jemand bemüht gewesen, seiner Romanfigur noch etwas neugierig machendenTiefgang einzugeben.
Da ist der Dachboden, auf dem sie als Kind stundenlang liegt, und sich dort Geschichten ausdenkt. Da ist der Himmel auf Reisen, vor den sie sich abends mit einem Stuhl setzt, und dann minutenlang hineinsieht. Wieder in ihren Schoß, ins Notizbuch, etwas schreibt, wieder alles weglegt, wieder hochschaut, den ganzen Abend, die halbe Nacht, stundenlang. Nur – und das ist so außergewöhnlich angenehm und erfreulich – ist das alles kein Klischee der Nachdenklichkeit. Und deswegen ist es so schön, sie vorzustellen, denn sie selbst würde Ihnen noch nicht einmal zur Hälfte erzählen, wie bemerkenswert sie ist. Dafür aber von allem anderen. Wenn Ruth Greiling einem nämlich irgendwas erzählt, und einen so begeistert anleuchtet, lässt man alles stehen und liegen und geht mitleuchten. Und dabei gerne auch verloren, so wie sie sich gern in ihren Einfällen verliert. Dazu spielt sie Bratsche, Klavier und singt. Wenn sie mit ihrer Familie im Café sitzt, vier Greilings, alle Cafébesucher zeichnend, vorneübergebeugt, will keiner von ihnen, dass die Bestellung kommt. Wieso auch. Die Welt ist voll. Es gibt viel zu tun.
von Elena Oehrlich

Felicitas Kaiser

Felicitas Kaiser

Nur lesen? Nein, Bücher leben
Felicitas spielt die Fidel wie begnadete Minnesänger aus Fantasy-Epen,
kämpft im Kopf und auf dem Schwertplatz gegen blutige Gegner –
um Fiktion und Wirklichkeit.
Schreiben kann nicht nur Welten erschaffen,
sondern auch die bestehende verändern
So wird der grimmige Fremde im Bus zum nächsten Antagonisten,
ein Mädchen zur Hofdame,
und die nächste Heldin ein klein bisschen zu Felicitas
von Charlotte Beck


Jana Neumann

Jana Neumann

Die fünfzehnjährige Jana Neumann schreibt gerne und viel. Egal ob in der Bahn oder zuhause. Morgens oder abends. Sie mag das Schreiben, weil sie dadurch Emotionen bei anderen Menschen hervorrufen und neue Welten entstehen lassen kann. Sie sagt: „Mit Texten kann man Bilder erschaffen, obwohl da nur Buchstaben stehen“. Neben dem Schreiben hat Jana noch viele weitere Interessen. Sie spielt Klavier, turnt und macht Debating. Außerdem besucht Jana ab und zu Vorlesungen an der Universität Heidelberg und singt im Kinderchor der Staatsoper Stuttgart (im Rosenkavalier hat sie Paul von Hindenburg verkörpert, samt Schnauzbart und Uniform). Ob sie das Schreiben später Mal zu ihrem Beruf machen will, weiß sie nicht. Doch eines ist sicher: Es wird immer ein wichtiger Teil ihres Lebens sein.
von Jana Bohle

Elena Oehrlich

Elena Oehrlich

Elena Oehrlich ist 18 Jahre alt und eine kluge, talentierte Autorin. Wenn sie nicht gerade schreibt, liest oder zeichnet, schaut sie gerne alte Filme und ist eine leidenschaftliche Tänzerin.
Trägt sie ihre Texte vor, versinkt man tief in ihre Welt und ist voll und ganz von ihrer ruhigen, warmen Stimme eingenommen.
Ob auf dem Computer, auf Papier oder auf ihre Hand, oft fängt Elena Oehrlich mitten in der Nacht an zu schreiben, um ihre Träume und Gedanken festzuhalten. Nicht selten beginnt sie um zwei Uhr morgens.
Dass das Schreiben später mehr sein könnte als ein Hobby, ist für sie eine schöne Vorstellung, doch kein unbedingtes Ziel. Elena Oehrlich lebt im Hier und Jetzt. Sie folgt einem inneren Drang Ihre Worte aufzuschreiben und festzuhalten. Die Zukunft lässt sie auf sich zukommen.
Ihre Überzeugung: Wenn nicht die Literatur die Welt verändern könne, dann wenig anderes.
von Ruth Greiling

Victoria Krumpholz

Victoria Krumpholz  Foto: Jan Münster

Nichts – das beschreibt Victoria. Sie beschreibt es ziemlich gut.
Nichts – das war eines der Themen, mit denen wir uns im Schreibzirkel auseinandergesetzt haben. Und nichts – das wussten wir Autorinnen scheinbar über unsere Gegenüber.
Aber Victorias Text ist nicht nichts. Er sagt so viel, auch über sie.
Egal welche Situation, egal welche Protagonisten, Victoria führt mühelos in verschiedenste Situationen ein. Selbst was uns bis dahin unbekannt schien, fühlt sich auf einmal ganz gewöhnlich an, wie eine zweite Haut legt es sich über uns.
Wobei mir gewöhnlich doch ein wenig zu gewöhnlich erscheint, um das zu beschreiben – denn weder Victoria noch was sie schreibt, ist nur gewöhnlich.
„90 Prozent von dem, was ich schreibe, ist erfunden“, sagt sie und lässt mich dadurch auf zwei Ebenen verwundert zurück. Zum einen die Frage, wo sie denn ihre bunte Kiste voller Ideen aufbewahrt. Zum anderen die Faszination, woher sie das Feingefühl nimmt, mit dem sie uns punktgenau an verschiedenen Orten platziert.
Und obwohl ich nichts über Victoria weiß, weiß ich alles, was wichtig ist – ich kenne die Victoria, die durchs Papier schimmert.
von Selina Wagner

 

Selina Wagner

Selina Wagner       Foto: Jan Münster

„Ich sitze hier, vor meinem leeren Blatt Papier…“
Diese Aussage beschreibt treffend und prägnant meinen momentanen Zustand, nachdem mir wieder eingefallen ist, dass ich ein Autorenportrait, einen kurzen Vorstellungstext über eine meiner „Kolleginnen“ zu verfassen habe. Doch die Worte verstecken sich vor mir und auch die Inspiration hat mich lange hinter sich gelassen.
Was tun? Ablenken – Ablenken und Aufschieben.
Von wem stammt das Zitat?
Die Verfasserin ist niemand anderes als Selina, Mitglied unseres kleinen Schreibzirkels, Prosaautorin, Meisterin der pointierten Sprache – aus ihrer Feder stammen Sätze, die genau ins Schwarze treffen.
Dreifache Aufzählungen, wie sie sich in diesem Text befinden, sind ein wiederkehrendes Motiv in ihren Texten. Wer bei Selina lange Schachtelsätze sucht, muss einige Zeit investieren. Denn oft beschreibt sie sehr kurz, sehr gekonnt und doch anschaulich, was sich in ihrer fiktiven Welt gerade abspielt – in ihren Protagonistinnen und um sie herum.
Selinas Kurzprosa nimmt Leser*innen mit unter die Oberfläche unserer Welt, in die Ecken, die nicht gerne und oft beleuchtet werden, weil sie hässlich sind, oder schmerzhaft anzusehen, oder beides. Für eine halbe Stunde in den Mantel und die Haut eines anderen Menschen schlüpfen, Leid erfahren, verstehen – klingt unmöglich, aber Selina schafft es im Erzählen.
Und so einfach habe ich nun, indem ich über die Urheberin des Anfangszitates sinnierte, mein leeres Blatt Papier gefüllt – anders als Selinas Protagonistin. Beim Lesen harter aber ehrlicher Texte kommen mitunter auch die Worte zurück.
von Victoria Krumpholz