Das junge Schriftstellerhaus

Junges Schriftstellerhaus: Teilnehmerinnen 2021/2022 stellen sich gegenseitig vor

Das Junge Schriftstellerhaus, die Schreibwerkstatt für junge Talente, ist ins dritte Jahr gestartet. Hier stellen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst vor.

Thea Konrad

Thea Konrad © privat
Thea Konrad © privat

Es ist dunkel draußen, aber hinter geschlossenen Rollläden und Spitzenvorhang ist Thea noch am Werk, denn sie ist eine Eule und nachts somit die beste Zeit zum Schreiben und Glücklichsein. Sie sitzt am Schreibtisch an ihrem Laptop und verpackt Gefühle in wunderbares Prosa-Lyrik-Gemisch und kreiert surreale Situationen, die ihren Worten nach „eher düster und melancholisch“ sind. Der Tisch ist voll mit Malsachen und Notizbüchern und die Unterlage farbbekleckert. Über dem Tisch hängt ein selbstgemaltes Bild von einem Wolf. Aus ihrem Handy tönt Musik, die sie auch im sonstigen Alltag überallhin begleitet. Ihren außergewöhnlichen Musikgeschmack hat Thea nur mit wenigen Menschen gemeinsam. Außerdem glaubt sie an Selbstbestimmung.
Vorgestellt von Felicitas Kaiser

Alice Vakhitova

Alice Vakhitova © privat
Alice Vakhitova © privat

Alice Vakhitova schreibt über Dinge, die sie nicht hat, aber gerne hätte. Das Schreiben ist für sie wie eine zweite Art, Dinge zu erleben, eine Art was wäre, wenn…? In der Zukunft wäre sie gerne noch offener und weniger festgefahren, sie sagt aber auch, dass sich in dieser Hinsicht schon viel getan hat. Die beste Tageszeit, um glücklich zu sein, ist für Alice nachts. Da kann man den Tag rekapitulieren und dabei geschickterweise Dinge, die nicht so gut liefen, einfach ausblenden. Gleichzeitig kann man aber auch tag- beziehungsweise nacht-träumen. Außerdem verschwinden nachts die Erwartungen anderer an einen selbst.
Alice ist ein sehr emotionaler Mensch. Wenn es ihr nicht gut geht, macht sie den Emotionen Platz und weint erst einmal ordentlich. „Ich bin ein großer Fan davon, erstmal zu heulen, dann eine zehnminütige Sprachnachricht aufzunehmen, mir dann einen Tee zu machen und mir einzureden, dass es alles nicht so gravierend ist, und dann mit meinem Leben weiterzumachen“, sagt sie.
Gar nicht leiden kann Alice Menschen mit einem stark verzerrten Selbstbild. Selbst ist sie kritikfähig und gerne bereit, Handlungen, die sie meist im Affekt tut, wiedergutzumachen.
Vorgestellt von Selina Böttcher

 

Robin Ackermann

Robin Ackermann © privat
Robin Ackermann © privat

Die beste Zeit des Tages, um zu schreiben?
„Die beste Zeit? Die beste Zeit ist, wenn ich anfange, bevor die Sonne aufgeht, und erst aufhöre, nachdem sie untergegangen ist“, antwortete der junge Autor unserer Gruppe. Seine Leidenschaft für das Schreiben macht er damit sofort deutlich, doch was genau ist es, das ihn so reizt, Texte entstehen zu lassen? Und was liebt er, in ihnen zu lesen? Ganz klar – künstlerischer Ausdruck. Etwas näher betrachtet, ästhetische Sätze, besonders dann, wenn sie verwendet werden, um über Essen zu schreiben. Mit ästhetischen Sätzen umgehen kann Robin selbst sehr gut.
Mit treffenden Beschreibungen, die gerne mal in Schachtelsätzen stecken, erzeugt er lebendige Bilder in den Köpfen seiner Leser.
Und auch wenn Robin offenbar endlos schreiben könnte, gibt es weitere Begeisterungen, denen er gerne nachgeht, wie beispielsweise Wandern oder Angeln. Außerdem fließt nicht nur durch seine kreativen Adern Blut, sondern auch durch seine musikalischen, denn er spielt Horn und Klavier.
Die beste Zeit des Tages, in der man glücklich sein kann, ist für ihn die Rush Hour in den öffentlichen Verkehrsmitteln – eine Sache, die ihn vermutlich stark vom Rest der Menschheit unterscheidet. Zu sehen, wie Menschen massenweise zur Arbeit gehen oder auf dem Weg nach Hause sind, jeder eine andere Geschichte auf den Schultern tragend, ist es, was Robin dabei so begeistert.
Seine eigene kleine Rush Hour des Glücks ist aber, wenn er Musik hört, sich in ihr auflösen und versinken kann. Nachdem ich das wusste, war es keine allzu große Überraschung mehr, dass auf meine Frage, was er denn mit einer Million Euro tun würde, seine begeisterte Antwort lautete: Alle Schallplatten von den Beatles als Originalpressung kaufen!
Vorgestellt von Catarina da Silva

Selina Böttcher

Selina Böttcher © privat
Selina Böttcher © privat

„Das geht so richtig ins Herz, das mag ich.“

Klingt bekannt? Was Selina bei einem Gespräch über genau den richtigen Beat sagte, trifft wie alle ihrer Worte zielsicher ins Schwarze, wenn man beschreiben möchte, wie es sich anfühlt, ihre Texte zu lesen. Jedes Wort, jeder Satz, jeder Punkt treffen eben richtig ins Herz, als würde sie wissen, wo die Stellen liegen, welche gerade dringend mal gekitzelt werden müssen. Ihre mit Humor, Selbstironie und Menschenkenntnis geschriebenen Figuren sind so echt, so antastbar, so natürlich, dass man sich bei manchen nur fragen muss, wann diese endlich aus dem Papier springen. Selinas Liebe zum Detail ist allgegenwärtig: Kleidung, Musik, Essen, ihre eigene Kunst: je individueller, desto besser. Trotz ihrem Hang zum Ungewöhnlichen ist ihr eines genau bewusst: Genau in denjenigen Aspekten, in denen man denkt, man unterscheide sich stark von anderen, tut man es eben nicht. Trotzdem bleiben ihre Texte etwas Besonderes: Denn kein Blatt gleicht dem anderen.
Vorgestellt von Alice Vakhitova

Catarina Da Silva

Catarina da Silva © privat
Catarina da Silva © privat

Wenn man eine von Catarinas Geschichten liest, geht es maximal zehn Sekunden, meist reicht schon die Überschrift, dann springt sofort der mentale Teleporter an und man befindet sich, ehe man es sich versieht, mitten in einer ganz anderen Welt. Sie liebt Geschichten, in die man versinken kann, die einen vollkommen einnehmen; die Atmosphäre ist für sie das Wichtigste, beim Lesen wie beim Schreiben. Dort kommt ihr auch ihr gutes Auge für Details zugute – eine Fertigkeit, die man beim Eintauchen in die präzise gezeichneten Welten ihrer Texte sofort bemerkt.
Nacht sollte es sein, wenn Catarina sich an den Schreibtisch setzt, auf dem schon eine Vanille-Duftkerze für die richtige Stimmung sorgt. Jetzt noch ein paar frische, warme Waffeln als Verpflegung (sehr wichtig!) und die Schreib-Session kann beginnen! Sollte es einmal länger gehen, beispielsweise in den Ferien, in denen Catarina teilweise stundenlang ihre Gedanken auf Papier bringt, liegt sie gerne auch mal zwischendurch mit dem Laptop auf dem Teppich oder im Bett – Ortswechsel sind ja bekanntlich gut für die Kreativität. Falls sie aber einmal wirklich Lust auf eine Luftveränderung hat, geht es für eine Weile raus in die Natur, Sport machen oder auf Reisen. Ihre Reiselust passt auch perfekt zu einem weiteren ihrer Hobbys: dem Lernen neuer Sprachen. Ungeachtet dessen, dass es ihr mit einer so großen Auswahl an Freizeitaktivitäten eigentlich nie langweilig wird, hat Catarina dennoch für eine Sache stets Zeit: Glücklichsein. Denn Glücklichsein geht eigentlich immer – zumindest mit Waffeln. Und Puderzucker. Viel Puderzucker.
Vorgestellt von Robin Ackermann

Madeleine Bond

Madeleine Bond © Susanne Martin
Madeleine Bond © Susanne Martin

Wer ist Madeleine Bond?
Eine Elftklässlerin mit Deutsch als Leistungskurs, deren literarische Begeisterung sie dazu bewegte, sich für das Junge Schriftstellerhaus in Stuttgart zu bewerben? Und deren Talent es schaffte, von sich zu überzeugen und angenommen zu werden?
Eine ausdrucksstarke junge Autorin, die, von Musik inspiriert, Texte aus dem Ärmel schüttelt, die einen zu emotional bewegtem Nachdenken anregen können? Und die dabei noch geschickt mit Stilmitteln wie Refrains, Inversionen und Metaphern sowie Symbolen für eine unbeschreibliche Atmosphäre sorgt, die sie – nur sie – wirklich so auch beschreiben kann?
Ist sie doch (einfach) eine liebevolle Persönlichkeit, die großen Wert auf Freundschaft und zwischenmenschlichen Respekt legt?
Oder, wie sie von sich selbst behaupten mag, ein Abbild von Macaulay Culkin nach seiner Drogensucht?
Es ist alles andere als einfach, jemanden in einem so kurzen Paragraphen zu definieren und vorzustellen. Vor allem jemanden wie Madeleine.
Eines kann man jedoch mit Sicherheit feststellen: In ihrem kreativen Verstand wartet vieles darauf, aufs Papier gebracht zu werden und in den verschiedensten Genres, darunter auch düstere Romantik, (wie wir in ihren ersten Texten dieses gemeinsamen Jahres erfahren durften), uns als schreibbegeisterte Mitglieder im Schriftstellerhaus und euch, also potentielle Leser unserer Anthologie, vorgestellt werden zu dürfen.
Vorgestellt von Jessica Russ

Jessica Russ

Jessica Russ @ privat
Jessica Russ @ privat

In Jessicas erstem Text im Jungen Schriftstellerhaus geht es um Masken, die wir tragen. Ganz alltägliche, die erst abgenommen werden, wenn wir alleine sind und vermuten, dass uns niemand sieht. Jessica setzt damit einen Funken in die Köpfe der Teilnehmer, der auch noch Wochen später nachklingt und zum Nachdenken anregt. Genau das soll Literatur tun, einen permanenten Eindruck hinterlassen, auch noch Wochen später so präsent sein. Diese Kunst meistert Jessica immer wieder und erstaunt jedes Mal.

Sie ist eine der Newcomer*innen im Jungen Schriftstellerhaus 2021/22 und doch hat sie sich schon perfekt eingelebt.
Ich erlebe Jessica als eine junge, überaus talentierte Autorin, die mit ihrem stoischen Blick und ihren ehrlichen, aber nie unfreundlichen Feedbacks zu den Texten ihrer Mitautoren Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Als ich mich mit der Zehntklässlerin unterhalte, erzählt sie mir, dass sie Feuer mag. Ich muss schmunzeln, denn um ehrlich zu sein hat Jessica mich, seit ich sie das erste Mal sah, ebenfalls an ein Feuer erinnert. Besser gesagt, Jessicas Texte und ihr Schreibstil. Sie brennen unter der Haut und lassen es nach und nach klarer erscheinen, dass Jessica in der literarischen Welt ein Feuer entzünden wird.

Wie Jessicas Musikgeschmack bewegen sich auch ihre Texte in vielen verschiedenen Genres und behandeln viele verschiedene Themen. Aber viel wichtiger, beides gibt Einblick in Jessicas Autoren-Seele. Eine, die bunt ist, mit Ideen, Geschichten und Menschen, die nur darauf warten, das Licht der Welt zu erblicken. Ich für meinen Teil freue mich sehr darauf, weiterhin mit Jessica zu arbeiten und immer wieder eine Probe ihres Talents zu bekommen. Und ich hoffe, dass auch Ihr, die Leser dieser Kurzbeschreibung, auf Jessicas Texte gespannt seid, denn diese junge Frau ist alles andere als gewöhnlich!
Vorgestellt von Madeleine Bond

Laura Yllari Bayer 

Laura Yllari Bayer © privat
Laura Yllari Bayer © privat

Manchmal ist Laura im Sommer Brombeeren pflücken, manchmal übernachtet sie auf ihrem Trampolin, aber meistens schreibt sie. Ob Lyrik oder Kurzgeschichten, sogar ganze Bücher, Laura macht aus allem Geschichten und Poesie. Hauptsache Wörter eben. Die Notizen dazu macht sie sich häufig beim Busfahren, wenn sie Menschen beobachten kann. Wenn man Laura kennenlernt, hat man das Gefühl, sie versteht Menschen mehr, als sie vielleicht denken. Sie ist ein sehr empathischer Mensch, sie schaut und hört zu, achtet aufs Detail und entwickelt dabei besonders gerne Charaktere, in denen sich viele verstanden fühlen. „Ich glaube auch an das Negative in jedem Menschen“, sagt sie. Aber nicht nur daran, sondern auch an die Liebe. Jedoch nicht an die eine große Liebe im Leben, sondern dass Menschen mehrere Seelenverwandte in verschiedenen Zeiten haben können. Die Vorstellungen und Werte Lauras sind sehr von Büchern und Texten beeinflusst, die sie schon ihr ganzes Leben lang begleiten, ob Mascha Kaleko oder John Green. „Was magst du denn gar nicht im Leben?“, frage ich sie am Ende unseres Gesprächs. „Menschen, die zu viele Fragen stellen“, meint Laura schmunzelnd.
Vorgestellt von Ada Schlüter

 

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jahrgangs 2021/2022

Felicitas Kaiser, Jessica Russ, Selina Böttcher, Catarina Da Silva, Jana Bohle, Laura Bayer, Robin Ackermann, Thea Konrad, Madeleine Bond, Alice Vakhitova, Ada Schlüter

Gefördert vom Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart

Das Junge Schriftstellerhaus, die Schreibwerkstatt für junge Talente, ist ins dritte Jahr gestartet. Hier stellen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst vor.

Thea Konrad

Thea Konrad © privat
Thea Konrad © privat
Es ist dunkel draußen, aber hinter geschlossenen Rollläden und Spitzenvorhang ist Thea noch am Werk, denn sie ist eine Eule und nachts somit die beste Zeit zum Schreiben und Glücklichsein. Sie sitzt am Schreibtisch an ihrem Laptop und verpackt Gefühle in wunderbares Prosa-Lyrik-Gemisch und kreiert surreale Situationen, die ihren Worten nach „eher düster und melancholisch“ sind. Der Tisch ist voll mit Malsachen und Notizbüchern und die Unterlage farbbekleckert. Über dem Tisch hängt ein selbstgemaltes Bild von einem Wolf. Aus ihrem Handy tönt Musik, die sie auch im sonstigen Alltag überallhin begleitet. Ihren außergewöhnlichen Musikgeschmack hat Thea nur mit wenigen Menschen gemeinsam. Außerdem glaubt sie an Selbstbestimmung. Vorgestellt von Felicitas Kaiser

Alice Vakhitova

Alice Vakhitova © privat
Alice Vakhitova © privat
Alice Vakhitova schreibt über Dinge, die sie nicht hat, aber gerne hätte. Das Schreiben ist für sie wie eine zweite Art, Dinge zu erleben, eine Art was wäre, wenn…? In der Zukunft wäre sie gerne noch offener und weniger festgefahren, sie sagt aber auch, dass sich in dieser Hinsicht schon viel getan hat. Die beste Tageszeit, um glücklich zu sein, ist für Alice nachts. Da kann man den Tag rekapitulieren und dabei geschickterweise Dinge, die nicht so gut liefen, einfach ausblenden. Gleichzeitig kann man aber auch tag- beziehungsweise nacht-träumen. Außerdem verschwinden nachts die Erwartungen anderer an einen selbst. Alice ist ein sehr emotionaler Mensch. Wenn es ihr nicht gut geht, macht sie den Emotionen Platz und weint erst einmal ordentlich. „Ich bin ein großer Fan davon, erstmal zu heulen, dann eine zehnminütige Sprachnachricht aufzunehmen, mir dann einen Tee zu machen und mir einzureden, dass es alles nicht so gravierend ist, und dann mit meinem Leben weiterzumachen“, sagt sie. Gar nicht leiden kann Alice Menschen mit einem stark verzerrten Selbstbild. Selbst ist sie kritikfähig und gerne bereit, Handlungen, die sie meist im Affekt tut, wiedergutzumachen. Vorgestellt von Selina Böttcher  

Robin Ackermann

Robin Ackermann © privat
Robin Ackermann © privat
Die beste Zeit des Tages, um zu schreiben? „Die beste Zeit? Die beste Zeit ist, wenn ich anfange, bevor die Sonne aufgeht, und erst aufhöre, nachdem sie untergegangen ist“, antwortete der junge Autor unserer Gruppe. Seine Leidenschaft für das Schreiben macht er damit sofort deutlich, doch was genau ist es, das ihn so reizt, Texte entstehen zu lassen? Und was liebt er, in ihnen zu lesen? Ganz klar – künstlerischer Ausdruck. Etwas näher betrachtet, ästhetische Sätze, besonders dann, wenn sie verwendet werden, um über Essen zu schreiben. Mit ästhetischen Sätzen umgehen kann Robin selbst sehr gut. Mit treffenden Beschreibungen, die gerne mal in Schachtelsätzen stecken, erzeugt er lebendige Bilder in den Köpfen seiner Leser. Und auch wenn Robin offenbar endlos schreiben könnte, gibt es weitere Begeisterungen, denen er gerne nachgeht, wie beispielsweise Wandern oder Angeln. Außerdem fließt nicht nur durch seine kreativen Adern Blut, sondern auch durch seine musikalischen, denn er spielt Horn und Klavier. Die beste Zeit des Tages, in der man glücklich sein kann, ist für ihn die Rush Hour in den öffentlichen Verkehrsmitteln – eine Sache, die ihn vermutlich stark vom Rest der Menschheit unterscheidet. Zu sehen, wie Menschen massenweise zur Arbeit gehen oder auf dem Weg nach Hause sind, jeder eine andere Geschichte auf den Schultern tragend, ist es, was Robin dabei so begeistert. Seine eigene kleine Rush Hour des Glücks ist aber, wenn er Musik hört, sich in ihr auflösen und versinken kann. Nachdem ich das wusste, war es keine allzu große Überraschung mehr, dass auf meine Frage, was er denn mit einer Million Euro tun würde, seine begeisterte Antwort lautete: Alle Schallplatten von den Beatles als Originalpressung kaufen! Vorgestellt von Catarina da Silva

Selina Böttcher

Selina Böttcher © privat
Selina Böttcher © privat
„Das geht so richtig ins Herz, das mag ich.“ Klingt bekannt? Was Selina bei einem Gespräch über genau den richtigen Beat sagte, trifft wie alle ihrer Worte zielsicher ins Schwarze, wenn man beschreiben möchte, wie es sich anfühlt, ihre Texte zu lesen. Jedes Wort, jeder Satz, jeder Punkt treffen eben richtig ins Herz, als würde sie wissen, wo die Stellen liegen, welche gerade dringend mal gekitzelt werden müssen. Ihre mit Humor, Selbstironie und Menschenkenntnis geschriebenen Figuren sind so echt, so antastbar, so natürlich, dass man sich bei manchen nur fragen muss, wann diese endlich aus dem Papier springen. Selinas Liebe zum Detail ist allgegenwärtig: Kleidung, Musik, Essen, ihre eigene Kunst: je individueller, desto besser. Trotz ihrem Hang zum Ungewöhnlichen ist ihr eines genau bewusst: Genau in denjenigen Aspekten, in denen man denkt, man unterscheide sich stark von anderen, tut man es eben nicht. Trotzdem bleiben ihre Texte etwas Besonderes: Denn kein Blatt gleicht dem anderen. Vorgestellt von Alice Vakhitova

Catarina Da Silva

Catarina da Silva © privat
Catarina da Silva © privat
Wenn man eine von Catarinas Geschichten liest, geht es maximal zehn Sekunden, meist reicht schon die Überschrift, dann springt sofort der mentale Teleporter an und man befindet sich, ehe man es sich versieht, mitten in einer ganz anderen Welt. Sie liebt Geschichten, in die man versinken kann, die einen vollkommen einnehmen; die Atmosphäre ist für sie das Wichtigste, beim Lesen wie beim Schreiben. Dort kommt ihr auch ihr gutes Auge für Details zugute – eine Fertigkeit, die man beim Eintauchen in die präzise gezeichneten Welten ihrer Texte sofort bemerkt. Nacht sollte es sein, wenn Catarina sich an den Schreibtisch setzt, auf dem schon eine Vanille-Duftkerze für die richtige Stimmung sorgt. Jetzt noch ein paar frische, warme Waffeln als Verpflegung (sehr wichtig!) und die Schreib-Session kann beginnen! Sollte es einmal länger gehen, beispielsweise in den Ferien, in denen Catarina teilweise stundenlang ihre Gedanken auf Papier bringt, liegt sie gerne auch mal zwischendurch mit dem Laptop auf dem Teppich oder im Bett – Ortswechsel sind ja bekanntlich gut für die Kreativität. Falls sie aber einmal wirklich Lust auf eine Luftveränderung hat, geht es für eine Weile raus in die Natur, Sport machen oder auf Reisen. Ihre Reiselust passt auch perfekt zu einem weiteren ihrer Hobbys: dem Lernen neuer Sprachen. Ungeachtet dessen, dass es ihr mit einer so großen Auswahl an Freizeitaktivitäten eigentlich nie langweilig wird, hat Catarina dennoch für eine Sache stets Zeit: Glücklichsein. Denn Glücklichsein geht eigentlich immer – zumindest mit Waffeln. Und Puderzucker. Viel Puderzucker. Vorgestellt von Robin Ackermann

Madeleine Bond

Madeleine Bond © Susanne Martin
Madeleine Bond © Susanne Martin
Wer ist Madeleine Bond? Eine Elftklässlerin mit Deutsch als Leistungskurs, deren literarische Begeisterung sie dazu bewegte, sich für das Junge Schriftstellerhaus in Stuttgart zu bewerben? Und deren Talent es schaffte, von sich zu überzeugen und angenommen zu werden? Eine ausdrucksstarke junge Autorin, die, von Musik inspiriert, Texte aus dem Ärmel schüttelt, die einen zu emotional bewegtem Nachdenken anregen können? Und die dabei noch geschickt mit Stilmitteln wie Refrains, Inversionen und Metaphern sowie Symbolen für eine unbeschreibliche Atmosphäre sorgt, die sie - nur sie – wirklich so auch beschreiben kann? Ist sie doch (einfach) eine liebevolle Persönlichkeit, die großen Wert auf Freundschaft und zwischenmenschlichen Respekt legt? Oder, wie sie von sich selbst behaupten mag, ein Abbild von Macaulay Culkin nach seiner Drogensucht? Es ist alles andere als einfach, jemanden in einem so kurzen Paragraphen zu definieren und vorzustellen. Vor allem jemanden wie Madeleine. Eines kann man jedoch mit Sicherheit feststellen: In ihrem kreativen Verstand wartet vieles darauf, aufs Papier gebracht zu werden und in den verschiedensten Genres, darunter auch düstere Romantik, (wie wir in ihren ersten Texten dieses gemeinsamen Jahres erfahren durften), uns als schreibbegeisterte Mitglieder im Schriftstellerhaus und euch, also potentielle Leser unserer Anthologie, vorgestellt werden zu dürfen. Vorgestellt von Jessica Russ

Jessica Russ

Jessica Russ @ privat
Jessica Russ @ privat
In Jessicas erstem Text im Jungen Schriftstellerhaus geht es um Masken, die wir tragen. Ganz alltägliche, die erst abgenommen werden, wenn wir alleine sind und vermuten, dass uns niemand sieht. Jessica setzt damit einen Funken in die Köpfe der Teilnehmer, der auch noch Wochen später nachklingt und zum Nachdenken anregt. Genau das soll Literatur tun, einen permanenten Eindruck hinterlassen, auch noch Wochen später so präsent sein. Diese Kunst meistert Jessica immer wieder und erstaunt jedes Mal. Sie ist eine der Newcomer*innen im Jungen Schriftstellerhaus 2021/22 und doch hat sie sich schon perfekt eingelebt. Ich erlebe Jessica als eine junge, überaus talentierte Autorin, die mit ihrem stoischen Blick und ihren ehrlichen, aber nie unfreundlichen Feedbacks zu den Texten ihrer Mitautoren Aufmerksamkeit auf sich zieht. Als ich mich mit der Zehntklässlerin unterhalte, erzählt sie mir, dass sie Feuer mag. Ich muss schmunzeln, denn um ehrlich zu sein hat Jessica mich, seit ich sie das erste Mal sah, ebenfalls an ein Feuer erinnert. Besser gesagt, Jessicas Texte und ihr Schreibstil. Sie brennen unter der Haut und lassen es nach und nach klarer erscheinen, dass Jessica in der literarischen Welt ein Feuer entzünden wird. Wie Jessicas Musikgeschmack bewegen sich auch ihre Texte in vielen verschiedenen Genres und behandeln viele verschiedene Themen. Aber viel wichtiger, beides gibt Einblick in Jessicas Autoren-Seele. Eine, die bunt ist, mit Ideen, Geschichten und Menschen, die nur darauf warten, das Licht der Welt zu erblicken. Ich für meinen Teil freue mich sehr darauf, weiterhin mit Jessica zu arbeiten und immer wieder eine Probe ihres Talents zu bekommen. Und ich hoffe, dass auch Ihr, die Leser dieser Kurzbeschreibung, auf Jessicas Texte gespannt seid, denn diese junge Frau ist alles andere als gewöhnlich! Vorgestellt von Madeleine Bond

Laura Yllari Bayer 

Laura Yllari Bayer © privat
Laura Yllari Bayer © privat
Manchmal ist Laura im Sommer Brombeeren pflücken, manchmal übernachtet sie auf ihrem Trampolin, aber meistens schreibt sie. Ob Lyrik oder Kurzgeschichten, sogar ganze Bücher, Laura macht aus allem Geschichten und Poesie. Hauptsache Wörter eben. Die Notizen dazu macht sie sich häufig beim Busfahren, wenn sie Menschen beobachten kann. Wenn man Laura kennenlernt, hat man das Gefühl, sie versteht Menschen mehr, als sie vielleicht denken. Sie ist ein sehr empathischer Mensch, sie schaut und hört zu, achtet aufs Detail und entwickelt dabei besonders gerne Charaktere, in denen sich viele verstanden fühlen. "Ich glaube auch an das Negative in jedem Menschen", sagt sie. Aber nicht nur daran, sondern auch an die Liebe. Jedoch nicht an die eine große Liebe im Leben, sondern dass Menschen mehrere Seelenverwandte in verschiedenen Zeiten haben können. Die Vorstellungen und Werte Lauras sind sehr von Büchern und Texten beeinflusst, die sie schon ihr ganzes Leben lang begleiten, ob Mascha Kaleko oder John Green. "Was magst du denn gar nicht im Leben?", frage ich sie am Ende unseres Gesprächs. "Menschen, die zu viele Fragen stellen", meint Laura schmunzelnd. Vorgestellt von Ada Schlüter  

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jahrgangs 2021/2022

Felicitas Kaiser, Jessica Russ, Selina Böttcher, Catarina Da Silva, Jana Bohle, Laura Bayer, Robin Ackermann, Thea Konrad, Madeleine Bond, Alice Vakhitova, Ada Schlüter