Ein wenig Filmgeschichte: Rike Reiniger las aus ihrem biografischen Roman „24 Bilder pro Sekunde“

Am 17. März war unsere ehemalige Stipendiatin Rike Reiniger wieder im Haus. Sie las aus ihrem neuen Roman „24 Bilder pro Sekunde“, welcher von der Trickfilmpionierin Lotte Reiniger erzählt.

Rike Reinigers Ehemann ist entfernt mit Lotte Reiniger verwandt, und diese Verbindung war ihr im Laufe ihrer Karriere immer wieder begegnet. Eigentlich schreibt Rike Reiniger Dramatik, weswegen so manche geschichtsversierte Person im Puppentheater sie schon öfter auf eine mögliche Verwandtschaft mit Lotte ansprach. Nun hatte sie sich endlich mit der Trickfilmpionierin befasst, und an diesem Buch auch teilweise während ihres Stipendienaufenthaltes im Schriftstellerhaus gearbeitet. Was als experimentelles Theaterstück begann, wurde dann zu einem Roman.

Aus diesem las Frau Reiniger vor: Die Zuhörenden durften Passagen über Lottes junge Liebe zu ihrer Freundin aus Kindheitstagen, ihren Weg in die Schauspielschule, und ihre ersten Trickfilme lauschen. Veranschaulicht wurden die Lesestellen von Fotos und Teilen ihrer Filme. Darunter war auch ein Ausschnitt aus dem ersten Langtrickfilm der Welt: Lottes „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“.

Man merkte: Rike Reiniger wusste nicht nur einiges über das Leben der Lotte Reiniger, sondern zeigte auch ihre Leidenschaft zu der ausführlichen Recherche, die sie dafür erbracht hatte. Ihre Begeisterung und das Interesse am Thema regten im Anschluss auch eine belebte Diskussion und viele Fragen aus dem Publikum an. Es wurde viel diskutiert: etwa über die Auswirkungen des Naziregimes auf Lottes Werk, da sie sich nicht dessen Zensur und Vorgaben anpassen wollte; oder über den Rechercheprozess und die Frage der Ausgestaltung biografischer Fakten im Roman, vor allem der erst in der Recherche entdeckten Queerness.

„24 Bilder pro Sekunde“ ist beim KLAK Verlag erschienen und wurde auch nach der Lesung zahlreich vom Publikum erworben. Wenn Ihr Interesse am Thema geweckt wurde, können Sie nicht nur den Roman erwerben, sondern auch die Dauerausstellung „Lotte Reiniger“ im Stadtmuseum Tübingen besuchen.

Text und Bilder: Nadia Durakovic

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