Doppellesung: Gegenmittel gegen das Gift unserer Zeit
Im Foyer des Schauspielhauses liest Nora Bossong aus „Welt mit anderen Mitteln“ – Simon Strauß liest aus „In der Nähe“
Das Stuttgarter Schriftstellerhaus veranstaltet vom 28.9. bis 2.10.2026 das literarische Event der Stunde: Stuttgart schreibt: Fiese Krise – Und die Literatur?
Im Rahmen einer Kooperation mit dem Schauspiel Stuttgart ist Stuttgart Schreibt am 29.9. ab 19:30 Uhr im Schauspielhaus mit einer Doppellesung zu Gast.
Nora Bossong ist in ihren vielgerühmten Romanen und Essays eine genaue Beobachterin der großen Themen. Von der UN („Schutzzone“) bis zur Lebensgeschichte der Magda Goebbels („Reichskanzlerplatz“). In ihrer brandneuen Streitschrift „Welt mit anderen Mitteln“ wendet sie sich unseren multiplen Krisen und der omnipräsenten Überlastung zu. Die mit dem Thomas-Mann-Preis und dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnete Autorin plädiert für Mut, uns aus dem beengten Denkraum der nur materiellen Gegenwart zu befreien. Die kritische Katholikin Nora Bossong untersucht die Potenziale des Glaubens. Sie ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken und Mitgründerin des PEN Berlin.
Der FAZ-Theaterkritiker und erfolgreiche Prosaautor Simon Strauß blickt dorthin, von wo wir positive Anstöße vielleicht gar nicht erwarten: in den deutschen Osten. „In der Nähe“ sondiert am Beispiel der Kleinstadt Prenzlau, was ein gutes Zusammenleben ausmachen kann, aber auch, woran es scheitert. Der emphatische Reporter erkennt den politischen Wert der Sehnsucht nach konkreter, erlebbarer Gemeinschaft – diese kann ein Antidot gegen Demokratieverdrossenheit und Extremismus, insbesondere von rechts, sein. Simon Strauß ist Mitgründer von Arbeit an Europa e. V. und diskutiert alljährlich die großen europäischen Fragen in der ländlichen Uckermark.
Nora Bossong und Simon Strauß lesen aus ihren Werken und diskutieren sie mit dem Moderator und Autor Moritz Heger vom Stuttgarter Schriftstellerhaus.


