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Stuttgarter Gedenktafeln

Stuttgarter Gedenktafeln

Das ist eine sehr schöne Idee, Gedenktafeln an Häusern anzubringen, die anstelle anderer, nicht mehr erhaltener Häuser stehen. So wird eine zeitliche Mehrdimensionalität geschaffen und an Menschen erinnert, die in der Stadt lebten.

Als Oleg Jurjew 1992 auf Schloss Solitude Stipendiat war, haben wir bei einem Spaziergang in Stuttgart die Gedenktafel entdeckt: An dieser Stelle stand das Haus, wo 1875 das letzte Treffen von Arthur Rimbaud und Paul Verlaine stattfand. Der damalige Leiter des Schlosses Solitude, Jean-Baptiste Joly, erzählte uns, dass das eine Initiative des Institut Français war. Wir haben uns sehr darüber gefreut und allen Freunden, die uns hier besucht haben, diese Gedenktafel gezeigt.

Natürlich wollte ich sie wiedersehen und kam zu dieser Adresse, Marienstraße 10. Aber – was für eine Enttäuschung – es gibt sie anscheinend nicht mehr. Lediglich das gedenktafellose Haus konnte ich betrachten und fotografieren, samt einem Blumenladen.

Olga Martynova
Olga Martynova ist von Februar bis Ende April 2021 Gast im Stuttgarter Schriftstellerhaus. Sie erhält das Lyrikstipendium des Schriftstellerhauses für ihren Zyklus “Speranza”, der in einen geplanten Lyrikband einfließen soll. Olga Martynova, 1962 in Sibirien geboren, aufgewachsen in Leningrad. 1991 zog sie zusammen mit Oleg Jujew (1959-2018) nach Deutschland. Zahlreiche Veröffentlichungen in russischsprachigen Periodika, vier Lyrikbände. Ihre Gedichte sind ins Deutsche, Französische, Schwedische, Italienische, Serbische, und Englische übersetzt. Seit 1999 schreibt sie Buchbesprechungen und Essays für deutschsprachige Medien (u.a. Die Zeit, Frankfurter Rundschau, Neue Zürcher Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung).