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„Heute hier, morgen dort“ – Abschiedslesung von Moritz Hildt

 

Moritz Hildt und Michael Seehoff
Moritz Hildt (l) und Michael Seehoff (Foto: Susanne Martin)

„Heute hier, morgen dort“ – mit diesem Refrain des bekannten Liedes von Hannes Wader führte der für die erkrankte Geschäftsführerin Astrid Braun kurzfristig eingesprungene Moderator Michael Seehoff in den Abend ein. Moritz Hildt war dem Haus seit geraumer Zeit verbunden: Seit 2019 war er nicht nur im Vorstand,  sondern leitete auch gemeinsam mit Moritz Heger unsere Textwerkstatt „Junges Schriftstellerhaus“. Jetzt zieht es ihn mit seiner Familie nach Passau.

Musik ist neben der Literatur ein wichtiger Bestandteil im Leben von Moritz Hildt und so rühmte Michael Seehoff in seiner Einführung auch den ganz besonderen Sound seiner Texte. Von deren Rhythmus und Musikalität konnte sich das Publikum im trotz sommerlicher Hitze gut gefüllten Schriftstellerhaus dann einen eigenen Eindruck machen. Für diese besondere Lesung hatte er zwei Passagen aus seinen Romanen ausgewählt, die ihm persönlich wichtig sind und die sonst bei Lesungen eher nicht zum Zuge kommen.

Moritz Hildt (Foto: Michael Seehoff)
Moritz Hildt (Foto: Michael Seehoff)

Im ersten Lesesabschnitt aus seinem Roman „Nach der Parade“ nahm er seine Zuhörer:innen mit auf eine Fahrt im Streetcar von New Orleans, der Stadt, in der er schon oft gewesen ist und die, wie er sagte, sein persönliches Shangri-La ist.  Im zweiten Leseabschnitt aus „Alles“ erinnert sich Hauptperson Lukas an ein Erlebnis mit seinem Vater zurück, in denen sich beide so nah waren wie nie mehr danach.

Und dann gab es noch eine „Weltpremiere“: Zum ersten Mal las Moritz Hildt seine Kurzgeschichte „Die Schriftstellerin“ die 2015 in der Literaturzeitschrift Erostepost erschienen war, öffentlich. Die Veröffentlichung dieser Erzählung gab ihm auch den Schwung, an seinem ersten Roman intensiv zu arbeiten. Die Geschichte eines Ehemannes, dessen Frau ihn mit der Ankündigung überrascht, nun Schriftstellerin zu sein und der unter der mangelnden Qualität der Texte seiner Frau zu leiden hat, amüsierte das Publikum. Ein Schuft, der schlecht darüber denkt. ….

Die Erzählung zeigt aber gleichzeitig, worauf es beim Schreiben auch ankommt: Beharrlichkeit, Übung und Unterstützung.

An die Lesung schloss sich eine lebhafte Fragerunde an und nach 1 1/2 Stunden hieß es Abschied nehmen. Moritz Hildt gilt unser großer Dank, nicht nur für diesen gelungenen Abend, sondern für alles, was er für den Verein und das Stuttgarter Schriftstellerhaus geleistet hat.

Einen weiteren Bericht über diesen Abend können Sie auf dem Blog von Michael Seehoff lesen.