Die Atmosphäre war faszinierend: In einer großen Stadt leben und gleichzeitig sehr geborgen sein in dem alten Haus. Man konnte losziehen und war dennoch beschützt.

— José F. A. Oliver, Stipendiat 1988

Unsere Stipendiatin Kathrin Schmidt stellt sich vor

Am 22. Mai war es soweit: Unsere zweite Lyrik – Stipendiatin Kathrin Schmidt stellte sich und ihre Arbeit vor. Das Stuttgarter Lyrikstipendium finanziert sich aus dem Erbe unserer 2017 verstorbenen Ehrenvorsitzenden Dr. Ruth Theil, in Gedenken an Johannes Poethen, den Lyriker und Gründer des Stuttgarter Schriftstellerhauses.

© Stuttgarter Schrifstellerhaus

Die Stuhlreihen in unserem Haus waren bis auf den letzten Platz gefüllt und nach einer kurzen Einführung durch Astrid Braun, bei der man merkte, wie gut sich die beiden Frauen miteinander verstehen, begann Kathrin Schmidt mit ihrer Lesung.

Zwei Erzählungen und mehrere Gedichte, letztere größtenteils noch nicht veröffentlicht und zum Teil in Stuttgart entstanden, hatte sie im Gepäck. Alle Texte zeichneten sich durch eine wunderbare Sprachkunst und immer wieder auch durch einen feinsinnigen Humor aus. Eines ihrer Gedichte las sie auch, obwohl es noch nicht endgültig fertig ist und sich noch, wie sie sagte „in meinem Kopf tummelt“ – ein direkter Einblick in ihre Arbeit also.

© Stuttgarter Schriftstellerhaus

Wie wichtig Stipendien wie das im Stuttgarter Schriftstellerhaus für Kathrin Schmidt sind, wurde im anschließenden Gespräch mit den Zuhörer / innen deutlich: Hier kann sie sich voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren und ihren Arbeitsrhytmus selbst bestimmen, was im eigenen Haus, am Ostberliner Stadtrand gelegen, nicht immer in dieser Intensität möglich ist.

Hier in Stuttgart arbeitet sie sowohl an ihren Gedichten, als auch an einem Roman. Beides soll im kommenden Jahr veröffentlich werden – der Gedichtband vermutlich eher als der Roman. Wir dürfen also gespannt sein und uns jetzt schon freuen auf zwei unterschiedliche, mit Sicherheit absolut lesenswerte Bücher!

Text und Bild © Stuttgarter Schriftstellerhaus

Eine ausführliche Rezension zu Kathrin Schmidt’s aktuellem Lyrikband “waschplatz der kühlen Dinge”, in der auch das titelgebende Gedicht, das sie uns vortrug, nachzulesen ist, finden Sie hier  SM

 

Jaroslav Rudiš und Jaromír99 zu Gast in Stuttgart

Die beiden in Stuttgart nicht ganz unbekannten Künstler Jaroslav Rudiš und Jaromír99 waren am 2. April 2019 zu Gast im Literaturhaus Stuttgart. Den Bericht hat Michael Seehoff verfasst, erschienen zuerst in seinem Blog Elsternest. Weiterlesen »

Ekstase & Nymphen

Die Zeit vergeht viel zu schnell. Ich weiß, es ist erst Mitte Jänner. Aber wie ist die Woche bitte schon wieder zu Ende? Ich hab ausnahmsweise Mal was unternommen. Sonne genossen, die Ekstase Ausstellung im Kunstmuseum besucht, in der Buchhandlung gewesen, sogar eine Postkarte verschickt. Sachen, die ich mir in Wien immer vornehme, aber dann nie mache. Apropos Wien. Es gibt hier einige Orte, die eine Namensverwandschaft aufweisen. Populärstes Beispiel, weil gleich ums Eck, ist der Karlsplatz. Der ist für mich einfach kein Karlsplatz. So ruhig und sauber. Ein bisschen fad, architektonisch gesehen. Sorry, ich bin in einer Kitschstadt aufgewachsen. Was ich dafür sehr toll finde, sind die Stuttgarter Brunnenfiguren. Besonders mag ich die Nymphen.

Ausstellung der Künstlerbücher von Linienscharen

Für 2018 haben sich Linienscharen für ein anderes als das herkömmliche Ausstellungsformat entschieden. In einer Ausschreibung wurden Künstler*innen gebeten, ein Buchprojekt im Sinne eines Künstlerbuchs einzureichen, das an verschiedenen, nicht nur für bildende Kunst typischen Orten, einer breiteren Öffentlichkeit zugängig gemacht werden soll.

Zu diesem Zweck wurde ein Schrank gebaut, der die Bücher enthalten wird. Interessierte können die Bücher herausnehmen und anschauen. Mehr als 70 Künstler*innen, die in ihrer Vielfalt einen interessanten Überblick über momentane, auch überregional verortete, zeichnerische Tätigkeiten erlauben, lassen sich dabei entdecken.

 Der Schrank steht vom 22. Oktober bis zum 4. November im Haus und kann unter der Woche werktags von 15-18 Uhr (Mo-Do) besichtigt werden.

 

Zum Tod von Maria Beig

Maria Beig, die große Schriftstellerin Oberschwabens, lebt nicht mehr. Die Trauer im Verlag Klöpfer & Meyer über den Tod der 97-Jährigen ist groß.

Maria Beig gilt als die bedeutsamste Chronistin Oberschwabens im 20. Jahrhundert. 1920 in Senglingen geboren, wuchs sie als Kind einer bäuerlichen Großfamilie auf, arbeitete als Hauswirtschaftslehrerin und debütierte erst im Alter von 62 Jahren mit dem Roman „Rabenkrächzen“. Als ihr großer Förderer gilt Martin Walser, der sie beim Literarischen Forum in Wangen entdeckte und dort ihre große Wirkung als Literatin erkannte.

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