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Unsere Stipendiatin Rike Reiniger stellt sich vor

© Foto: Susanne Stephan
Moritz Heger, Susanne Stephan und Rike Reiniger (©Foto Susanne Stephan)

Seit Anfang März residiert Rike Reiniger als Stipendiatin im Schriftstellerhaus. Sie hat das Stipendium des Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg erhalten. Am 23.4. stellte sie im Gespräch mit Susanne Stephan ihr aktuelles Projekt vor. Unser Schriftführer Michael Seehoff war dabei und Sie lesen hier eine gekürzte Fassung seines Berichts.

Bisher trat Rike Reiniger vor allem als Regisseurin und Dramatikerin in Erscheinung. Sie schrieb außerdem zahlreiche Essays und Kinderbücher. Ihre Texte wurden vielfach ausgezeichnet, zuletzt erhielt sie den Konstantin-Andok-Literaturpreis für ihr Stück Risse in den Wörtern.

Während ihres Aufenthaltes in Stuttgart begibt sie sich auf neues Terrain und wendet sich einem anderen Genre zu: Sie möchte einen biografischen Roman über die erste deutsche Trickfilmpionierin Lotte Reiniger (1899 – 1981) schreiben. Durch die Heirat mit ihrem Mann hat Rike diesen berühmten Namen erhalten: Ihr Mann ist ein entfernter Verwandter von Lotte Reiniger.

© Michael Seehoff
© Foto: Michael Seehoff

Lotte Reiniger war denn auch der heimliche Star des Abends: Rike Reiniger präsentierte dem zahlreich erschienenen Publikum einen kurzen Ausschnitt aus dem Trickfilm Das Ornament des verliebten Herzens.

© Katrin Schacher
© Foto Katrin Schacher

Lotte Reiniger war gerade mal 20 Jahre alt, als sie für den Film das Drehbuch schrieb und Regie führte. Der Animationsfilm ist nicht gezeichnet, sondern es handelt sich um einen Scherenschnitt-Silhouettenfilm. Flache Puppen aus einzelnen ausgeschnittenen Pappteilen wurden mittels Stop-Motion-Verfahren animiert. Animierter Scherenschnitt blieb Lottes Spezialität, für die Stop-Motion-Aufnahmen entwickelte Lotte Reiniger sogar eine spezielle Multi-Plan-Kamera. In den USA entwickelte Walt Disney in den 1930er Jahren eine Kamera, die nach dem gleichen Prinzip arbeitete und ließ sich diesen Kameratyp patentieren.

© Katrin Schacher
© Katrin Schacher

Nach dieser Filmvorführung las Rike Reiniger einige Ausschnitte aus ihrem hier im Werden begriffenen Roman und bezog so das Publikum direkt in den Arbeitsprozess ein, so dass sich nach Lesung eine rege Diskussion mit den Besucher:innen entspann.

Ein Kreis schloss sich von der Arbeit Rike Reinigers über ihr literarisches Sujet zum aktuellen internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart (ITFS), das just am selben Abend eröffnet wurde. Auf diesem Festival wird seit 2010 auch der von der Filmförderung Baden-Württemberg gestiftete Lotte Reiniger Förderpreis für den besten Abschlussfilm verliehen, der mit 10.000 Euro dotiert ist.

Den ausführlichen Bericht über den Abend können Sie auf dem Blog von Michael Seehoff nachlesen.

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