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Buchtipp von Susanne Martin: “Ein Gentleman in Moskau” von Amor Towles

Die zurückliegenden Wochen und Monate haben uns vor Augen geführt, was es heißt, sich nicht so frei bewegen zu können, wie man das gerne täte. Da fiel mir dieser Roman ein, den ich vor 2 oder 3 Jahren gelesen habe und der die Geschichte eines Mannes beschreibt, der Jahrzehnte in einem Gebäude verbringen muss, das er bei Androhung der Todesstrafe nicht verlassen darf.

„Ein Gentleman in Moskau“ ist der zweite Roman des Amerikaners Amor Towles, der zwar einen Magister in englischer Literatur besitzt, aber bis 2013 in der Finanzbranche gearbeitet hat.

Im Moskau des Jahres 1922 sind Bolschewiken noch immer damit beschäftigt, die alten gesellschaftlichen Strukturen zu zerstören und den Adel in seine Schranken zu weisen. Vor dem Notstandskomitee muss sich Graf Alexander Rostov verantworten, der seit einigen Jahren in einer Suite des Hotels Metropol residiert und dort seine Zeit mit „Dinieren und Debattieren, Lesen und Reflektieren“ verbringt. Ein in vorrevolutionärer Zeit geschriebenes Gedicht, das als Aufruf zum Handeln im Sinne der Revolution interpretiert wurde, rettet ihn vor der Todesstrafe: Er wird zu lebenslangem Aufenthalt im Hotel Metropol verurteilt, das er – siehe oben – bei Androhung des Todes zeitlebens nicht mehr verlassen darf.

Wir begleiten nun Graf Rostov für die nächsten 32 Jahre, lernen das Leben im Hotel kennen und treffen mit ihm die unterschiedlichsten Persönlich-keiten, die im Hotel zu Gast sind oder arbeiten. Natürlich muss er seine Suite räumen und bekommt eine kleine Dachkammer zugewiesen und er muss arbeiten: Durch seine feinen Manieren ist er wie geboren für die Stellung eines Oberkellners.

Leicht fällt es dem Grafen zunächst nicht, sich in dieses Leben einzufinden. Aber er ist ein Mensch, der aus dieser Situation das Beste macht und immer versucht, etwas Sinnvolles zu tun. Diese Einstellung erleichtert ihm das Leben in seinem luxuriösen Gefängnis und ein wenig von dieser Einstellung würde sicher auch uns das Leben in Zeiten einer, im Vergleich dazu ja recht großzügig gehaltenen Einschränkung, erleichtern. Wir erleben im Laufe des Romans mit Alexander, wie sich draußen die Welt verändert, Russland langsam zur Diktatur wird und der nächste Weltkrieg ausbricht. Er erlebt das alles jedoch nur im Mikrokosmos des Hotels.

Dieses Buch war für mich ein wunderbarer literarischer Genuss, denn es ist wie seine Hauptfigur: geistreich, intelligent und elegant. Das liegt vor allem an der Sprache des Autors, die trotz des amerikansichen Autors von britischem Humor durchsetzt ist. Die zeitgeschichtlichen Ereignisse werden ausschließlich aus der Perspektive von Alexander Rostov geschildert. Obwohl selbst nicht gerade in einer komfortablen Situation, erhält er sich seine moralischen Werte, die er für zeitlos erachtet.

Wenn Sie das Buch gerne lesen möchten, finden Sie die bibliographischen Angaben für eine Bestellung im unabhängigen Buchhandel hier

Die zurückliegenden Wochen und Monate haben uns vor Augen geführt, was es heißt, sich nicht so frei bewegen zu können, wie man das gerne täte. Da fiel mir dieser Roman ein, den ich vor 2 oder 3 Jahren gelesen habe und der die Geschichte eines Mannes beschreibt, der Jahrzehnte in einem Gebäude verbringen muss, das er bei Androhung der Todesstrafe nicht verlassen darf.

„Ein Gentleman in Moskau“ ist der zweite Roman des Amerikaners Amor Towles, der zwar einen Magister in englischer Literatur besitzt, aber bis 2013 in der Finanzbranche gearbeitet hat.

Im Moskau des Jahres 1922 sind Bolschewiken noch immer damit beschäftigt, die alten gesellschaftlichen Strukturen zu zerstören und den Adel in seine Schranken zu weisen. Vor dem Notstandskomitee muss sich Graf Alexander Rostov verantworten, der seit einigen Jahren in einer Suite des Hotels Metropol residiert und dort seine Zeit mit „Dinieren und Debattieren, Lesen und Reflektieren“ verbringt. Ein in vorrevolutionärer Zeit geschriebenes Gedicht, das als Aufruf zum Handeln im Sinne der Revolution interpretiert wurde, rettet ihn vor der Todesstrafe: Er wird zu lebenslangem Aufenthalt im Hotel Metropol verurteilt, das er – siehe oben – bei Androhung des Todes zeitlebens nicht mehr verlassen darf.

Wir begleiten nun Graf Rostov für die nächsten 32 Jahre, lernen das Leben im Hotel kennen und treffen mit ihm die unterschiedlichsten Persönlich-keiten, die im Hotel zu Gast sind oder arbeiten. Natürlich muss er seine Suite räumen und bekommt eine kleine Dachkammer zugewiesen und er muss arbeiten: Durch seine feinen Manieren ist er wie geboren für die Stellung eines Oberkellners.

Leicht fällt es dem Grafen zunächst nicht, sich in dieses Leben einzufinden. Aber er ist ein Mensch, der aus dieser Situation das Beste macht und immer versucht, etwas Sinnvolles zu tun. Diese Einstellung erleichtert ihm das Leben in seinem luxuriösen Gefängnis und ein wenig von dieser Einstellung würde sicher auch uns das Leben in Zeiten einer, im Vergleich dazu ja recht großzügig gehaltenen Einschränkung, erleichtern. Wir erleben im Laufe des Romans mit Alexander, wie sich draußen die Welt verändert, Russland langsam zur Diktatur wird und der nächste Weltkrieg ausbricht. Er erlebt das alles jedoch nur im Mikrokosmos des Hotels.

Dieses Buch war für mich ein wunderbarer literarischer Genuss, denn es ist wie seine Hauptfigur: geistreich, intelligent und elegant. Das liegt vor allem an der Sprache des Autors, die trotz des amerikansichen Autors von britischem Humor durchsetzt ist. Die zeitgeschichtlichen Ereignisse werden ausschließlich aus der Perspektive von Alexander Rostov geschildert. Obwohl selbst nicht gerade in einer komfortablen Situation, erhält er sich seine moralischen Werte, die er für zeitlos erachtet.

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